Für Pendlerinnen und Pendler, die werktags die Grenze der Île-de-France überqueren, bringt eine eher stille Neuerung Erleichterung.
Der Navigo-Rémi-Pass verbindet zwei Regionen zu einem gemeinsamen Reisealltag. Für Fahrten, bei denen bisher an den Zugangssperren mehrere Karten nötig waren, genügt künftig ein einziger Nachweis.
Was sich mit dem Navigo-Rémi-Pass am 3. November 2025 ändert
Auf zwei stark genutzten Bahnstrecken startet ein gemeinsamer Pass: Paris–Dreux und Paris–Montargis–Gien–Briare. Er richtet sich zunächst an regelmäßige Fahrgäste. Rund 7.000 Pendlerinnen und Pendler profitieren von einer einfacheren Entwertung und einem einzigen Nachweis für die Kostenerstattung durch den Arbeitgeber.
Das Verfahren ist unkompliziert: Das Navigo-Jahresabo und das Rémi-Zen-Jahresabo bleiben bestehen. Online wird ein kleiner holografischer Aufkleber bestellt und auf die vorhandene Navigo-Karte geklebt. Danach lässt sich die Karte wie gewohnt im Netz der Île-de-France und auf den angegebenen Streckenabschnitten in Centre–Val de Loire entwerten.
Start: 3. November 2025. Geltungsbereich: Paris–Dreux und Paris–Montargis–Gien–Briare. Preis: zum Start unverändert. Eine Karte, zwei Abonnements.
Einmal vorhalten für zwei Regionen
In der Île-de-France funktioniert die Entwertung an 750 Stationen, auf 15 Straßenbahnlinien und in rund 10.500 Bussen. Auf den berechtigten Abschnitten der Rémi-Verbindungen wird dieselbe Karte erkannt. An der Regionsgrenze muss damit keine zweite Karte mehr aus der Tasche gesucht werden.
Das ist ein erster Schritt zu einem umfassenderen regionsübergreifenden Ticketsystem. Ziel ist es, weiter außerhalb gelegene Orte einfach und verlässlich mit Paris zu verbinden, ohne den Fahrgästen zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu verursachen.
Welche Städte zuerst nahtlos erreichbar sind
Das anfängliche Streckennetz umfasst Orte, die je nach Verbindung und Tageszeit mit dem Zug ungefähr eine Stunde vom Zentrum von Paris entfernt liegen. Es berücksichtigt sowohl den täglichen Arbeitsweg als auch gelegentliche Fahrten.
| Stadt oder Haltestelle | Übliche Fahrzeit nach Paris | Wichtigster Pariser Bahnhof |
|---|---|---|
| Dreux | Rund 1 Std. bis 1 Std. 10 Min. | Paris-Montparnasse |
| Marchezais–Broué | Rund 1 Std. | Paris-Montparnasse |
| Dordives | Rund 1 Std. | Paris-Gare de Lyon |
| Montargis | Rund 1 Std. 10 Min. bis 1 Std. 30 Min. | Paris-Gare de Lyon |
| Nogent-sur-Vernisson | Rund 1 Std. 20 Min. bis 1 Std. 30 Min. | Paris-Gare de Lyon |
| Gien | Rund 1 Std. 30 Min. | Paris-Gare de Lyon |
| Briare | Rund 1 Std. 40 Min. | Paris-Gare de Lyon |
Die Fahrzeiten hängen von Stoßzeiten, Halten und eingesetztem Zugmaterial ab. An den Fahrplänen ändert der Pass nichts. Er verringert vielmehr den Aufwand an den Zugangssperren und bei den Karten im Geldbörsel.
Auf diesen Strecken öffnet dieselbe Karte nun die Zugangssperren auf beiden Seiten der Regionsgrenze. Keine zweite Plastikkarte, kein zweites Vorhalten.
Wer den Pass nutzen kann und wie man ihn erhält
Die Berechtigung bleibt an bestehende Angebote gebunden: Erforderlich sind sowohl ein Rémi-Zen-Jahresabo als auch ein Navigo-Jahresabo. Wer bereits beide bezahlt, erfüllt die Voraussetzung. Eine zusätzliche Tarifstufe gibt es nicht.
Aktivierung Schritt für Schritt
- Ende Oktober über das eigens vorgesehene Online-Formular anmelden.
- Den holografischen Aufkleber per Post erhalten.
- Den Aufkleber auf die vorhandene Navigo-Karte kleben; diese muss sauber und trocken sein.
- Die Karte ab 3. November 2025 wie gewohnt verwenden.
- Bei Kontrollen auf beiden Seiten der Grenze eine einzige Karte vorzeigen.
Das Kontrollverfahren bleibt unverändert. Auf der Karte sind beide Berechtigungen hinterlegt, sodass das Kontrollpersonal nur einen Träger scannen muss. Die Personalabteilung erhält für den Erstattungsantrag eine einzige Bestätigung.
Warum das für Pendler und Personalabteilungen wichtig ist
In Frankreich erhalten die meisten unselbstständig Beschäftigten einen Teil ihrer Kosten für öffentliche Verkehrsmittel zurück. Viele Arbeitgeber in der Île-de-France übernehmen mindestens die Hälfte des Navigo-Jahresabos. Wer für die zusätzliche Strecke auch ein Rémi-Zen-Jahresabo abschließt, muss sich oft doppelt um Unterlagen kümmern. Eine Karte und ein Nachweis machen daraus einen einzigen Vorgang.
Auch die Liquidität verbessert sich: Doppelte Vorleistungen und Korrekturen bei verspäteten Erstattungen entfallen. Laut den Organisatoren bleibt der Preis zum Start unverändert. Im Mittelpunkt stehen damit der Komfort und die gewonnene Zeit.
Eine Bestätigung für die Erstattung durch den Arbeitgeber ersetzt zwei. Weniger Verwaltung, weniger Fehler, schnellere Rückzahlungen.
Wie es weitergeht
Die Verkehrsbehörden haben weitergehende Pläne angekündigt. Vorgesehen ist eine Smartphone-Version für Kauf und Entwertung. Durch die digitale Abwicklung würde der Aufkleber entfallen und die Wartezeit auf den Postversand kürzer. Auch bei verlorenen Karten wäre das hilfreich.
Weitere Strecken werden geprüft. Paris–Chartres–Nogent-le-Rotrou steht bereits auf der vorläufigen Liste. Wenn die Systeme zusammengeführt und die Lesegeräte aktualisiert werden, könnte das gleiche Prinzip auch für weitere Orte in etwa einer Stunde Entfernung gelten.
Tipps, Sonderfälle und wichtige Details
- Beide Abonnements müssen aktiv bleiben. Der Pass funktioniert nur, wenn das Navigo-Jahresabo und das Rémi-Zen-Jahresabo gleichzeitig gültig sind.
- Geht die Navigo-Karte verloren, sollte das rasch gemeldet werden. Beim Ersatz wird die mit dem Aufkleber verknüpfte Berechtigung erneut zugeordnet; die Bearbeitung kann jedoch kurz dauern.
- Vor dem Aufkleben die Kartenoberfläche reinigen. Auf einer glatten Unterlage halten der Aufkleber und die zuverlässige Erfassung besser.
- Auf die üblichen Signaltöne an den Zugangssperren achten. Ein langer Signalton mit roter Anzeige bedeutet, dass das Lesegerät nicht beide Berechtigungen gefunden hat. Erneut versuchen und danach gegebenenfalls Hilfe holen.
- Der Pass erleichtert die Kontrollen, erweitert aber den Geltungsbereich nicht über die angegebenen Linien hinaus. Außerhalb der abgedeckten Abschnitte gelten die üblichen Tarifregeln.
- Die Auslastung zu Stoßzeiten bleibt relevant. Wer einen Sitzplatz sucht, sollte am Montagmorgen und spät am Sonntagabend frühere Verbindungen anpeilen.
Ein kurzer Blick auf das Pendelbudget
Haushalte stellen die Mietersparnis außerhalb der Stadt häufig den Fahrtkosten gegenüber. Mit dem gemeinsamen Pass wird die Rechnung übersichtlicher: Eingeplant werden zwei bekannte Jahresabos und eine vorhersehbare Erstattung durch den Arbeitgeber. Zugleich sinkt das Risiko, dass wegen einer versäumten Verlängerung ein Streckenabschnitt nicht bezahlt ist.
Für Personen, die teils zu Hause und teils im Betrieb arbeiten, hilft die Änderung auch an Tagen ohne Arbeitsweg. Eine einzige Karte deckt Ausflüge mit Straßenbahn, Bus und RER ab, ohne dass an der Schnittstelle zwischen den Regionen erneut nach dem richtigen Ticket gesucht werden muss.
Was vor der Umstellung zu beachten ist
Die Fristen in der Erstattungsregelung des Arbeitgebers sollten geprüft werden. Wer die neue Bestätigung auf den Lohnabrechnungszyklus abstimmt, vermeidet eine einmonatige Verzögerung bei der Rückzahlung. Kopien der alten Belege sollten bis zum Eingang der ersten Erstattung aufbewahrt werden. Bestehende Sonderermäßigungen für eines der beiden Produkte sollten notiert und ihre Weitergeltung bestätigt werden.
Auch Familien können den Verwaltungsaufwand weiter verringern. Pendeln zwei Erwachsene über die Regionsgrenze, halbiert sich der Aufwand nochmals. Studierende und Lehrlinge sollten prüfen, ob ihre jeweiligen Tarifangebote berechtigt sind, da für sie andere Regeln als für reguläre Jahresabos gelten.






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